Bangkok

4 Tage Bangkok

In der 7-Millionen-Stadt Bangkok angekommen (14 Uhr war es bei euch, zwischen acht und halb neun abends in Thailand), hatte ich (Susi) schon Bammel, weil mein Rucksack bei der Gepäckausgabe erstmal nicht zu finden war. Als ich die gleichen Gepäckstücke zweimal auf dem Rollband an mir vorbei laufen sah, aber meinen Rucksack nicht, hatte ich schon dunkle Vorahnungen. Aber dann kam er doch noch angerollt 🙂

Draußen traf uns dann der Schlag. Oder besser gesagt, die Hitzewolke. Wir haben von der Hitze ja schon gehört und wir wurden gewarnt, das nicht zu unterschätzen, aber DAS haben wir denn doch nicht erwartet!

Das war so unglaublich, bisher war alles schön gekühlt, im Flugzeug war uns zeitweise sogar kalt, auch der Flughafen war klimatisiert. Wir kommen da raus, dachten, na das geht ja noch. Dabei standen wir aber noch kurz unter so einem Lüfter, wie es sie in Kaufhäusern immer beim Eingang gibt und auf einmal streicht mich so ein Windhauch, nur dass dieser Windhauch ungefähr 40Grad heiß war und mir total den Atem nahm! Die 95(!) % Luftfeuchtigkeit und den berüchtigten Smog von Bangkok haben wir auch gleich deutlich zu spüren bekommen! Lukas hat das letztens sehr treffend beschrieben: Wenn man aus einem klimatisierten Geschäft rauskommt, denkt man kurz, man hat gerade einen Auspuff ins Gesicht bekommen (Hitze und Gestank) – dann merkt man aber, dass das kein Auspuff ist, sondern die normale Luft!!!

Auf dem Weg zum Guest House
Wir sind anschließend mit dem Taxi in die Stadt hinein gefahren bis fast direkt vor unserem Guest House „New Siam G.H.“ – für umgerechnet 7,20 € bei 25 min. Fahrt. Aber das war ja wohl mit Abstand die aufregendste Autofahrt unseres Lebens! die Tankanzeige stand die ganze Zeit auf null, eigentlich weniger als null, er fuhr fast die ganze Zeit 130 auf der Land-… ähh… Stadtstraße und es gab keine Anschnallgurte! Blinken tun die Thais nur, wenn sie Lust haben, fahren auch gerne mal eine Zeitlang mitten auf dem Mittelstreifen (!) und wechseln einfach eben mal mit einem Affentempo die Fahrbahnen der 4-spurigen Straße, und wie gesagt, das alles fast ohne Blinken. Wir konnten wohl froh sein, dass er ab und zu wenigstens in die Spiegel geschaut hat. Ach und eine rote Ampel ist nicht gleich eine rote Ampel 🙂

New Siam Guest House
Unser erstes Zimmer in der Fremde war nicht ganz so schön wie auf den Fotos auf deren Seite, aber das ist ja meist so. Waren nur ziemlich enttäuscht, als wir hereinkamen und die nackten Wände gesehen haben, dazu gab es noch so ein ungemütliches kaltes helles licht, was den ersten Eindruck auch nicht gerade gebessert hat. Zudem noch diese stickige stehende Hitze, die in unserem Zimmer auch gut ausgeprägt war. Naja, nachdem wir uns erstmal ausgebreitet hatten, ein kleines warmes Licht über dem Bett angemacht und den Ventilator auf volle Pulle angeschaltet hatten, ging es schon deutlich besser. Vor dem Fenster war ein Mückennetz gespannt. Sehr praktisch war auch der Safe im Zimmer, den man mit eigenem Schloss abschließen konnte, super für Dokumente, Kamera, Laptop, Geld… Wir haben die erste Nacht in Bangkok auch erstaunlich gut und lange geschlafen. Die weiteren waren nicht immer so. Die Toilette und Duschen waren sauber, nur nach zwei Tagen total verstopft, und nein, nicht von uns! 🙂 War ein reges Kommen und Gehen, die Bezeichnung Jugendherberge passt eher als Guest House.

Unserer Unterkunft gegenüber befindet sich das Wild Orchid, auch ein Guest House, bisschen teurer, mit Restaurant/Bar angeschlossen und einem Internetcafe. Dort haben wir oft gesessen, gegessen und Cocktails und frisch gepresste Fruchtshakes getrunken.

Kao-San-Road, Tuk-Tuks und Ventilatoren
Am Tag nach unserer Ankunfts waren wir dann unterwegs, haben uns ein bisschen in der Umgebung umgesehen und waren in der berühmten Kao-San-Road (keine 10 Min. von unserer Unterkunft entfernt), im Traveller-Stadtteil Banglampoo – das Mekka und Einkaufsparadies für Touristen und Anlaufspunkt für Backpacker. In Thailand gilt jeder Tourist als reich, wie auch sonst konnte er sich die weite teure Reise leisten. Dementsprechend wird man auch besonders in Bangkok wie touristische Ware behandelt. Sehr viele sprechen einen an, wollen einem etwas verkaufen – wehe du guckst mehr als zwei Sekunden auf die Auslage oder lächelst den Verkäufer gar noch an! Zum Glück hilft meist ein freundliches „No thank you“. Bei den Tuk-Tuk-Fahrern (Tuk-Tuk = kleines offenes „Taxi“, eine laute, stinkende Vespa mit Dach) kommt man nicht so ungeschoren davon. „Tuk-Tuk, I can drive you, Tuk-Tuk, only five Baht!“ und das geht so lange, bis man konsequent kopfschüttelnd an ihnen vorbei gegangen ist. Manch ein Neuling (wie wir) macht den Fehler und geht auf ihn ein und sagt, warum man gerade nicht Tuk-Tuk fahren will. Dann geht’s aber los. Eine oft gestellte Frage (um ein Gespräch anzufangen) „Where are you from?“. Dann kommt, wo wir wohnen und was wir jetzt machen wollen. Danach zeigen sie einem die Karte von der Stadt und deren Sehenswürdigkeiten und das unvermeidliche „I can show you! Only ten Baht!“ Da kann man sich echt gut belabern lassen. Natürlich müssen sie ja auch von irgendwas leben, aber viele sind echt schon aufdringlich. Da wir aber unsere Einkaufs- und Sightseeing-Tour von Bangkok ans Ende unserer Reise machen und auch nicht lebensmüde genug sind, mit einem Tuk-Tuk quer durch den Bangkoker Verkehr zu fahren, haben wir bisher stets dankend abgelehnt und uns mehr oder weniger schnell davon machen können.

Unglaublich aber auch irgendwie lustig war die Aufschrift auf einem der vielen Taxis: „I love (als Herz) farang! We can speak english!“ Mit den Englischkenntnissen der Thais ist es nämlich nicht weit her. In den Touristenorten sprechen sie mehr schlecht als recht gebrochenes Englisch, in den kleineren Orten, besonders in der ländlichen Gegend, in der kaum oder nie ein Tourist auftaucht, spricht kaum ein Einwohner die Verkehrssprache der Thais (dazu später mehr).

Gut ist, dass fast in allen Einrichtungen Ventilatoren oder Klimaanlagen laufen. So ist die Hitze meist gut erträglich. An unserem ersten richtigen Tag in Bangkok war es auch gar nicht so heiß. Als wir aus dem Airport raus sind, rann uns innerhalb von einer Minute der Schweiß von der Stirn und ich (Susi) hatte tierisch Probleme mit dem Atmen (Erkältung + Asthma) und ich dachte schon, toll, wie soll ich das hier bloß aushalten??? Aber am nächsten Tag war der Himmel bewölkt und es war eigentlich angenehm mit der Wärme. In der Sonne ist es natürlich extrem heiß und ausgedehnte spazier- und Erkundungsgänge sind dann meist nicht drin, weil einfach nur anstrengend für den Körper.

Sehr prägend sind auch die vielen vielen Gerüche. 80% davon Gerüche, die man lieber nicht riechen mag – natürlich nach Abgasen, Abfall, der in der Hitze vor sich hin stinkt, irgendwelche Ausdünstungen von Exkrementen, die aus den Gassen wabern und exotischem Essen, was man lieber nicht probieren will.

Wiederkommen?
Zusammengefasst kann man sagen, dass Bangkok es uns eher nicht angetan hat. Die Gerüche, die vielen Menschen, der Schmutz überall, es ist sehr heiß und laut. Andererseits eine sehr vielseitige Stadt, es gibt viel zu sehen, Neues zu entdecken, selbst in den 3,5 Tagen, die wir dort waren. Und wir freuen uns schon, die Stadt am Ende weiter zu erkunden.

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