Ko Yao Noi
Am Dienstag sind wir auf Ko Yao Noi gelandet. Von Phuket Town aus ging es mit dem Taxi und Lisa und Basti (zwei Berliner Studenten, die auch auf Ko Yao Noi wollten) zum Pier weiter nördlich der Insel. Dort fuhren wir mit einem kleinen (einheimischen) Boot nach Ko Yao Noi. Dies ist die kleine Schwesterinsel von Ko Yao Yai, aber bereits besser erschlossen. Hier hielt der Tourismus erst Mitte der 90er Jahre Einzug. Mittlerweile gibt es Elektrizität, aber weder Bars noch Sonnenschirme. Alles ist noch sehr ursprünglich.
Wie ursprünglich, sollten wir bald erfahren. Mit dem Taxi ging es die Westküste entlang der Strände auf der Suche nach einer einfachen, günstigen, aber sauberen Unterkunft. Wir haben uns ungefähr sieben angeschaut. Ein paar waren etwas ZU einfach + undicht = Krabbeltiere. Zum Beispiel eine sehr kleine Hütte, die an ein Baumhaus erinnerte. Nur komplett ebenerdig. Ein anderes hatte geschlossen (Off Season), zwei andere waren für ein paar Tage voll (amerikanische Studenten waren zu Besuch), eines war im Umbau. Am Bauen sind sie sowieso hier ganz viel. Ein Bungalow nach dem anderen entsteht hier in Erwartung der Touristen der nächsten Saison.
Endlich eine Unterkunft gefunden
Am Ende landeten wir im Suntisook Resort. Da wir schon ziemlich im Norden der Küste waren, haben wir uns nach Besichtung des Bungalows entschlossen, für eine Nacht dort zu bleiben. Die Besitzerin war sehr nett und sie hat leckeres Essen gekocht.
Trotzdem mieteten wir uns am Nachmittag einen Roller, um uns die Umgebung anzuschauen und uns noch mal nach einer schöneren Bleibe umzugucken. Nach ein paar Startversuchen und einer Proberunde (wir sind beide noch nie Motorrad gefahren, die Bauarbeiter nebenan fanden’s auch lustig anzuschauen), fuhren wir erstmal „tanken“, es gab Benzin aus einer Plastikflasche. Auf dem Rückweg, wir waren schon ein paar hundert Meter unterwegs, kam uns plötzlich an einer Kurve ein anderes Motorrad entgegen. Wir dachten „Häh, was MACHEN die denn?“ Lukas war auch total perplex, da muss man schnell reagieren. Wir also ausgewichen, der andere gehupt, bis uns auf einmal blitzartig einfiel: „Sch… wir sind rechts gefahren! Wir müssen ja links fahren!!“ Die beiden Jungs auf dem Roller lachten nur, dachten bestimmt, diese Europäer! Aber uns hat das erstmal ordentlich zu denken gegeben, wir waren auch ein klein wenig geschockt. Wäre uns etwas Größeres und Schnelleres entgegen gekommen! Die Pickups heizen hier manchmal ganz schön herum.
Naja, von da an fuhren wir ganz brav links und alles klappte wunderbar und es war echt spaßig. Es ist super, so mobil und nicht auf ein Taxi angewiesen zu sein, der einen nur von A nach B fährt. So können wir jederzeit anhalten, dort wo es uns gefällt. Vor allem sind die Taxis und Tuk Tuks an bestimmten Orten nicht billig. Da lohnt sich ein Roller für durchschnittlich 250 Baht pro Tag schon mehr. Und knapp eine halbe Tankfüllung, die recht lange hält, kostet uns 45-50 Baht (unter 1 Euro).
Lam Sai Village Guesthouse
Während dem Herumfahren stießen wir auf das Lam Sai Village Guesthouse (www.koh-yao-noi-guesthouse.com), das von einem Thai und einer Engländerin geführt wird. Wir gingen auf das Grundstück und sahen zuerst einmal: einen Pool. „Oh. Bestimmt voll teuer.“, dachten wir uns. Egal, einfach mal fragen.
Sie zeigten uns gute, saubere Räume für 700, 800 und 900 Baht. Wir entschieden uns für das für 800 und versprachen, am nächsten Tag wieder zu kommen.
Und hier sind wir nun. Nach unserer Ankunft haben wir uns erstmal umgesehen. Mit hier drin ist auch eine Thai Box Training School, jeden Samstagabend gibt es eine Show. Ein Affe gibt es hier ebenfalls, als eine Art Haustier. Leider (oder zum Glück?) immer angeleint, aber echt total süß, wie ein kleiner Mensch. Neben dem Pool (den wir benutzen dürfen) gibt es noch einen Pavillon mit Kissen und Decken, wo man sich gemütlich hinlegen und zum Beispiel lesen kann, mit dem Blick direkt auf das Meer.
Im Meer baden kann man leider zurzeit nicht. Die Flut kommt immer erst abends. Tagsüber geht der ohnehin schon sehr flache Wasserspiegel sehr weit zurück. Trotzdem hat man entlang der ganzen Küste einen wunderbaren Blick auf die Bucht von Phan Nga, mit ihren vielen kleinen Inseln und Felsformationen. Echt schön anzusehen.
Als Ersatz für das Meer verbrachten wir den restlichen Nachmittag im Pool. Endlich wieder schwimmen, schwimmen, schwimmen. Abends saßen wir gemütlich bei sehr gutem Essen im kleinen Restaurant (wir waren die einzigen Gäste dort, das Resort ist ansonsten nicht sehr besucht, wie fast überall wegen der Off Season) und schauten dabei einen Film.
In den nächsten Tagen liehen wir uns einen Roller und erkundeten damit die Insel. Wir kamen an vielen einsamen Landschaften, Reisfeldern und moslemischen Küstendörfern vorbei. Einmal, auf der Strecke vom Süden bis ganz hinauf in den Norden, fing es auf einmal an zu regnen. Aber wie! Gerade haben wir noch den großen Regenschleier über der Nachbarinsel bestaunt, als es uns auch prompt erwischte, als wir wieder losfahren wollten. Das war nicht einfach nur ein Regenschauer, das war ein sprichwörtlicher Wolkenbruch! Ist ja klar, dass wir innerhalb kürzester Zeit nass bis auf die Haut waren. Aber es ist auch schnell der Punkt erreicht, wo es einem total egal ist. Es hat auch irgendwie Spaß gemacht, mit dem Motorrad zurück zu heizen. Auch wenn wir zwischendurch kaum etwas sehen konnten, weil uns das Wasser nur so in die Augen lief.
Ansonsten ist ja auf Ko Yao Noi nicht viel los. Und das ist auch gut so. Mal ohne den ganzen Touristenrummel. Und Roller fahren macht hier tierischen Spaß! Die Straßen sind total leer und wie geschaffen für’s Roller fahren. Und sind somit so sicher wie kaum irgendwo. Das haben wir sehr genossen.
Am Montag machten wir uns mit einem einheimischen Boot auf in Richtung Osten nach Krabi.
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